
Für die Rente sparen: finanzen.net zero und Trade Republic im Vergleich
Letztens hab ich meinen Rentenbescheid bekommen. Kurz draufgeschaut, kurz gerechnet, wieder zugemacht. Na Prost Mahlzeit!
Die durchschnittliche Altersrente in Deutschland liegt 2026 bei rund 1.245 Euro brutto im Monat. Frauen bekommen im Schnitt sogar nur gut 1.000 Euro. Davon gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung ab. Und wer wie ich in der Pflege oder im Schichtdienst arbeitet, weiß, wie schnell Miete, Strom und Einkauf so einen Betrag auffressen.
Ich will dir hier keine Angst machen. Aber die gesetzliche Rente allein wird für viele knapp. Deshalb geht es in diesem Artikel darum, wie man nebenbei etwas zur Seite legt, und welches Depot dafür passt: finanzen.net zero oder Trade Republic.
Keine Anlageberatung. Ich zeige dir, wie ich mich informiert habe. Die Entscheidung triffst du selbst.

"Rente? Ist doch noch ewig hin"
Den Satz hör ich ständig. Auf Station, im Freundeskreis, ehrlich gesagt hab ich ihn selbst lange gedacht. Mit Mitte zwanzig fühlt sich die Rente an wie ein anderes Leben.
Dazu kommt was, das viele nicht auf dem Schirm haben: Immer mehr Leute arbeiten in Teilzeit. Gerade in der Pflege ist das normal, weil Vollzeit im Schichtdienst einfach auf die Knochen geht. Nur weiß kaum jemand, was das für die Rente bedeutet.
So funktioniert die Rente in Deutschland, kurz erklärt:
Das Geld, das dir jeden Monat für die Rente abgezogen wird, liegt nirgendwo für dich auf einem Konto.
Es geht direkt an die Leute, die heute in Rente sind. Das nennt sich Umlageverfahren. Und weil es immer mehr Rentner und weniger junge Beitragszahler gibt, wird das System enger.
Für deine eigene Rente sammelst du Rentenpunkte. Verdienst du in einem Jahr genau so viel wie der Durchschnitt, das sind 2026 rund 51.944 Euro brutto, bekommst du einen Punkt. Verdienst du die Hälfte, bekommst du einen halben.
Ein Punkt ist seit Juli 2026 42,52 Euro Rente im Monat wert.
Jetzt rechne mal mit: Wer zehn Jahre in Teilzeit arbeitet und dabei nur einen halben Punkt pro Jahr sammelt statt einem ganzen, hat am Ende rund 210 Euro weniger Rente. Jeden Monat. Für den Rest seines Lebens. Nach heutigem Wert.
Das heißt nicht, dass Teilzeit falsch ist. Manchmal ist sie die einzige Möglichkeit, gesund zu bleiben. Aber man sollte es wissen. Und genau deshalb ist jung anfangen der größte Vorteil, den du hast. Nicht weil du viel Geld brauchst, sondern weil du Zeit hast.
Depot und Sparplan, ganz einfach erklärt
Ein Depot ist wie ein Konto, nur für Wertpapiere. Statt Geld liegen da Anteile drin, zum Beispiel von einem ETF.
Ein ETF ist ein Korb mit vielen Firmen auf einmal. Kaufst du einen Anteil, gehört dir ein winziges Stück von hunderten Unternehmen. Geht eins pleite, merkst du das kaum.
Und ein Sparplan heißt: Du legst fest, dass jeden Monat automatisch zum Beispiel 25 Euro in diesen ETF fließen. Du musst nichts beobachten, nichts kaufen, nichts verkaufen. Es läuft einfach.
Genau das finde ich für Leute mit Schichtdienst so praktisch. Nach einer Nachtwoche hab ich keinen Kopf, Börsenkurse zu checken. Muss ich auch nicht.
Aber ehrlich: Ein ETF kann auch fallen, manchmal stark. Wer langfristig spart, hat das bisher meistens ausgesessen. Eine Garantie gibt es trotzdem nicht.
Was ich vorher dachte und was wirklich stimmt
Ich nutze selbst Trade Republic. Vor ein paar Wochen wollte ich trotzdem zu finanzen.net zero wechseln. Dort gibt es mehr Auswahl, und ich hatte irgendwo gelesen, dass man bei Trade Republic Krypto gar nicht auszahlen kann. Dazu kommt dieses Gefühl, das man in Kommentaren ständig liest: Ab größeren Summen ist Trade Republic nicht mehr sicher, die richtigen Trader sind doch alle woanders.
Also hab ich nachgeschaut. Und lag ziemlich daneben.
Krypto auszahlen: Das war früher so. Inzwischen hat Trade Republic eine eigene Krypto-Wallet, mit der man Coins an eine externe Wallet senden und auch empfangen kann. Bei finanzen.net zero ist es genau andersrum. Dort ist die Wallet geschlossen, Krypto kannst du nur in der App wieder verkaufen.
Sicherheit bei größeren Summen: Hier muss man drei Sachen trennen.
ETFs und Aktien sind sogenanntes Sondervermögen. Sie gehören dir, nicht dem Broker. Geht der pleite, wandern deine Anteile zu einer anderen Bank. Das gilt bei beiden Anbietern, egal ob 500 oder 500.000 Euro.
Bargeld auf dem Konto ist bei jeder Bank in der EU bis 100.000 Euro pro Person abgesichert. Wer mehr Bargeld hat, verteilt es besser. Das hat aber nichts speziell mit Trade Republic zu tun.
Krypto fällt bei keinem der beiden unter diese Absicherung. Das ist das eigentliche Risiko, und zwar überall.
Und die "richtigen Trader"? Die nutzen oft andere Broker, das stimmt. Aber nicht wegen der Sicherheit, sondern weil sie mehr Börsen, Spezial-Orders und Echtzeitdaten brauchen. Für einen monatlichen Sparplan brauchst du das alles nicht.
Die Kosten im Vergleich
Bei beiden ist das Depot kostenlos und Sparpläne kosten nichts. Du kannst schon ab 1 Euro im Monat sparen.
Der Unterschied liegt bei einzelnen Käufen:
finanzen.net zero: 0 Euro ab 500 Euro Ordervolumen. Darunter zahlst du 1 Euro.
Trade Republic: 1 Euro pro Order, egal wie groß.
Wer nur per Sparplan investiert, merkt davon also gar nichts. Bei beiden kommt noch der sogenannte Spread dazu, das ist der kleine Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis.
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Zinsen und Extras: hier liegt der größte Unterschied
Trade Republic zahlt aktuell 2,50 Prozent Zinsen auf Geld, das nicht investiert ist. Der Zins hängt am Leitzins der EZB und kann also auch sinken. Dazu gibt es eine Karte, eine eigene IBAN und Saveback, bei dem ein Prozent deiner Kartenzahlungen automatisch in einen Sparplan fließt. Für mich ist das inzwischen fast ein zweites Girokonto.
finanzen.net zero zahlt keine Zinsen und hat keine Banking-Funktionen. Dafür gibt es viel mehr Aktien für Sparpläne, rund 8.000, und über 3.000 aktive Fonds. Nutzer loben in Tests vor allem die einfache App und die flexiblen Sparplan-Tage. Kritik gibt es am Kundenservice, der manchmal lange braucht, und daran, dass man nur über wenige Handelsplätze kauft.
Für wen passt welches Depot?
Trade Republic passt, wenn du Sparpläne auf ETFs willst, Zinsen auf dein Guthaben mitnehmen möchtest und alles in einer App haben willst. Auch wer Krypto selbst verwahren will, ist hier besser aufgehoben.
finanzen.net zero passt, wenn du viele verschiedene Einzelaktien besparen willst, gern auch aktive Fonds kaufst oder größere Einzelkäufe ab 500 Euro machst. Zinsen und Karte brauchst du dann woanders.
Und weißt du was? Du kannst auch beide nutzen. Ein zweites Depot kostet nichts.

Tipp zum Weiterlernen
Je mehr du verstehst, desto ruhiger bleibst du, wenn die Kurse mal fallen. Wenn du Englisch kannst, ist Finimize ein guter Einstieg. Die App erklärt jeden Tag in ein paar Minuten, was an der Börse los ist.
Typische Fehler am Anfang
Ich hab nicht alle gemacht. Aber ein paar schon.
Zu viel auf einmal wollen. Lieber mit 25 Euro anfangen und dabei bleiben, als mit 300 starten und nach drei Monaten aufhören.
Bei fallenden Kursen panisch verkaufen. Genau dann kaufst du mit dem Sparplan eigentlich günstiger ein.
Keinen Notgroschen haben. Bevor du investierst, sollten ein paar Monatsausgaben auf dem Konto liegen. Sonst musst du im falschen Moment verkaufen.
Den Freistellungsauftrag vergessen. Bis 1.000 Euro Kapitalerträge im Jahr bleiben steuerfrei, aber nur, wenn du ihn bei deinem Broker einträgst.
Du weißt gar nicht, wie viel jeden Monat übrig bleibt? Dann fang vorher mit einem Überblick an. Wie mir dabei eine App geholfen hat, steht in meinem Finanzguru-Erfahrungsbericht.

Mein Fazit
Für mich bleibt es bei Trade Republic, wegen der Zinsen und weil ich alles in einer App habe. Den Wechsel hab ich mir gespart, weil die Gründe dafür nicht gestimmt haben.
Wichtiger als der Broker ist aber was anderes: dass du überhaupt anfängst. Auch mit kleinen Beträgen. Auch nach einer Nachtschicht, an einem Tag, an dem du eigentlich nur schlafen willst. Zehn Minuten, einmal einrichten, fertig.
Keine Anlageberatung. Geldanlagen können an Wert verlieren. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand Oktober 2026.
2026.Quellen: Durchschnittsrente 2026, meinfinanzrat · Rentenversicherung in Zahlen 2026, DRV · finanzen.net ZERO Kosten 2026, finalarm · Trade Republic Zinsen 2026, bankdaten · Trade Republic Wallet, Trending Topics · finanzen.net zero Krypto, Talerbox · finanzen.net zero Test, biallo · Junior-Depot-Vergleich, finanzfluss

