
ChatGPT vs. Claude fürs Bloggen: Mein ehrlicher Vergleich
ChatGPT vs. Claude fürs Bloggen: Mein ehrlicher Vergleich
Ich zahle für beide. Jeden Monat. Und bevor du jetzt denkst, das wäre ein Luxusproblem: Ich hab das nicht geplant. Ich hab mit einem angefangen, gemerkt, dass er bei manchen Sachen einfach nicht gut ist, und dann den anderen dazugenommen. Heute nutze ich beide für meinen Blog, aber für komplett unterschiedliche Dinge.
In diesem Artikel erzähle ich dir, wofür ich was nutze, was mich an beiden nervt und wie du vermeidest, dass deine Texte nach KI klingen. Und am Ende zeige ich dir, wie ich Claude direkt an meinen Projekten arbeiten lasse. Kein Tech-Test mit Tabellen voller Fachbegriffe. Einfach, wie es im Alltag eines Bloggers aussieht, der das neben dem Job macht.

Wofür ich was nutze
Um es kurz zu machen: Claude ist mein Sparringspartner für Texte, ChatGPT mein Werkzeug für Bilder.
Mit Claude denke ich über Themen nach, sortiere Ideen, baue Gliederungen und lasse mir Feedback geben, wenn ein Text noch nicht rund ist. Auch bei Hooks für Pins und bei technischen Fragen zu meiner Website hilft er mir. Mit ChatGPT erstelle ich die Bilder für meine Pinterest-Pins und lasse mir dazu Alt-Texte und Beschreibungen vorschlagen.
Das hat sich nicht aus Prinzip so ergeben, sondern einfach, weil jeder von beiden in seinem Bereich für mich besser funktioniert.
Claude: meine Wahl für Texte
Was mir gefällt:
Claude hält sich an Regeln. Ich habe feste Vorgaben für meinen Blog: keine Einkommensversprechen, kein Hype, bestimmte Formatierungen. Claude merkt sich das in einem Projekt und hält sich daran, auch über viele Nachrichten hinweg. Wenn ich sage "das klingt mir zu steif", kommen Vorschläge, die wirklich lockerer sind und nicht nur umgestellt.
Bei langen Texten merke ich den Unterschied am meisten. Wenn ich einen Artikel mit 1.500 Wörtern überarbeite, bleibt der Ton von Anfang bis Ende gleich. Und wenn ich einen Denkfehler in meiner Planung habe, sagt Claude mir das auch, statt einfach mitzumachen.
Was mich nervt:
Die Nutzungslimits. Auch in der bezahlten Version komme ich an manchen Tagen an die Grenze, gerade wenn ich lange an einem Artikel sitze. Dann heißt es warten. Das ist frustrierend, wenn man eh nur ein kleines Zeitfenster nach der Schicht hat.
Und manchmal kommen mir zu viele Rückfragen. Ich will loslegen und bekomme erst mal einen Plan und die Frage, ob das so passt. Fairerweise: Das habe ich teilweise selbst so eingestellt, weil ich nicht wollte, dass große Aufgaben ohne meine Freigabe starten. Aber an manchen Tagen will ich einfach, dass es losgeht.
ChatGPT: meine Wahl für Bilder
Was mir gefällt:
Die Bilder. Für meine Pins brauche ich jede Woche neue Motive: gemütliche Herbstszenen, Schreibtische, Kaffeetassen, Menschen von hinten. ChatGPT erstellt mir die direkt im Chat, und ich kann sie in wenigen Schritten anpassen. Claude kann in meiner Nutzung keine Fotos erstellen, da ist die Entscheidung einfach.
Für die kurzen Texte zu den Bildern, also Alt-Texte und Pin-Beschreibungen, nutze ich ChatGPT gleich mit. Das Bild ist ja schon da, und ich will nicht zwischen zwei Tools hin und her springen.
Was mich nervt:
Deutscher Text im Bild klappt oft nicht. Umlaute werden falsch, Buchstaben verrutschen, Wörter sind plötzlich doppelt. Ich lasse mir deshalb nur noch das Bild ohne Text erstellen und setze den Text danach in Canva drauf.
Und auch hier gibt es Grenzen: Wer viele Bilder am Stück erstellt, merkt irgendwann, dass es langsamer wird oder eine Pause verlangt.

Das Problem, das beide haben: Es klingt nach KI
Wenn man viel mit KI zu tun hat, erkennt man ihre Texte irgendwann sofort. Diese Sätze wie "In der heutigen schnelllebigen Welt" oder "Die gute Nachricht:". Zu viele Aufzählungen. Alles klingt irgendwie richtig, aber nach niemandem.
Das passiert bei beiden. Und deine Leser merken es. Vielleicht nicht bewusst, aber sie spüren, dass da kein Mensch mit ihnen redet.
Was mir hilft:
Eigene Geschichten reingeben. Keine KI weiß, wie sich eine Heimfahrt nach dem Nachtdienst anfühlt. Du schon. Ein, zwei echte Sätze aus deinem Leben verändern einen ganzen Artikel.
Konkret sagen, was stört. Nicht nur "mach es besser", sondern "zu viele Aufzählungen, mehr Fließtext" oder "kürzere Sätze, so wie ich spreche".
Laut vorlesen. Wenn du beim Vorlesen merkst, dass du so nie reden würdest, dann umschreiben.
Nicht alles übernehmen. KI liefert Vorschläge. Was davon bleibt, entscheidest du.
So sieht mein Ablauf für einen Blogartikel aus
Schritt 1: Idee und Keywords
Ich überlege mir ein Thema und hole mir mit Claude passende Suchbegriffe und Blickwinkel dazu.
Schritt 2: Gliederung und Text
Ich baue die Struktur, sammle meine eigenen Gedanken und Erfahrungen und arbeite den Text mit Claude so lange aus, bis er nach mir klingt.
Schritt 3: Bilder erstellen
In ChatGPT erstelle ich die Bilder für die Pins, ohne Text.
Schritt 4: Pins fertig machen
Text in Canva aufs Bild, dann in ChatGPT kurz Alt-Text und Beschreibung dazu.
Schritt 5: Veröffentlichen
Artikel online, Pins auf Pinterest verteilen, fertig.
Klingt nach viel, ist aber mit etwas Übung gut in ein paar kurze Sessions pro Woche machbar.

Noch einen Schritt weiter: Claude mit GitHub verbinden
Eine Sache ist mir erst später klar geworden: Claude kann nicht nur im Chat schreiben, sondern auch direkt an deinen Dateien arbeiten. Das heißt Claude Code. Du verbindest Claude mit GitHub, und dann kann Claude in deinem Projekt lesen, Dinge ändern und die Änderungen speichern.

Was ist GitHub überhaupt?
GitHub ist ein Ort im Internet, an dem du die Dateien eines Projekts ablegst, zum Beispiel eine kleine Website, Vorlagen oder eine Sammlung von Texten. Das Besondere: Jede Änderung wird gespeichert. Du siehst genau, was sich geändert hat, und kannst jederzeit zu einer älteren Version zurück. Klingt nach Programmiererkram, und ehrlich gesagt hatte ich am Anfang auch keine Ahnung davon.
Was sich für mich dadurch geändert hat:
Vorher lief es so: Ich habe Claude im Chat gefragt, das Ergebnis kopiert, an der richtigen Stelle eingefügt und gehofft, dass nichts kaputtgeht. Bei kleinen Sachen klappt das. Bei größeren Projekten wird es schnell unübersichtlich, weil du nie sicher weißt, ob du wirklich alles an der richtigen Stelle geändert hast.
Heute sage ich Claude einfach, was ich will. Zum Beispiel “Ändere diese Überschrift”, “Füge einen neuen Abschnitt hinzu” oder “Prüf, ob auf dem Handy alles richtig angezeigt wird”. Claude sucht die richtige Stelle selbst, macht die Änderung, prüft sie und sagt mir danach genau, was geändert wurde. Kopieren und Einfügen fällt weg.
Das Beste für mich im Schichtdienst: Das geht auch vom Handy aus. In der Pause oder abends auf dem Sofa kann ich eine kleine Änderung anstoßen, ohne den Laptop aufzuklappen. So pflege ich zum Beispiel meinen Mitgliederbereich, den NextPhase Hub. Neue Inhalte und Korrekturen laufen bei mir inzwischen fast nur noch so.
Feste Regeln, auch hier:
Wie im Chat kann ich auch hier feste Vorgaben hinterlegen. Im Projekt liegt eine Datei mit meinen Regeln: wie Texte klingen sollen, was nie passieren darf und was vor jeder Änderung geprüft werden muss. Claude liest sie jedes Mal mit. So muss ich nicht bei jeder Aufgabe alles neu erklären.

Ist das eine Automation?
Zum Teil. Claude legt nicht von allein los, jede Aufgabe kommt von mir. Aber die Schritte dazwischen laufen ohne mich: die richtige Stelle finden, ändern, prüfen, speichern. Das ist für mich der eigentliche Gewinn. Ich entscheide, was passieren soll, und muss nicht jeden Handgriff selbst machen.
Was du wissen solltest, bevor du es ausprobierst:
Die Einrichtung dauert. GitHub ist am Anfang ungewohnt, plan dir dafür einen ruhigen Abend ein und nicht die zehn Minuten nach der Nachtschicht. Schau dir an, was Claude gemacht hat, bevor etwas online geht. Claude erklärt jede Änderung, aber du trägst die Verantwortung. Die Nutzungslimits gelten auch hier, und größere Aufgaben verbrauchen mehr. Passwörter und Zugangsdaten gehören nie in die Projektdateien.
Und ganz ehrlich: Für einen normalen Blog brauchst du das nicht. Wenn du deine Artikel nur im Editor deiner Website schreibst, reicht der Chat völlig. Spannend wird es erst, wenn du ein eigenes Projekt mit mehreren Dateien hast, an dem du regelmäßig etwas änderst.
Welches Tool solltest du nehmen?
Wenn du nur für eins bezahlen willst, frag dich: Was brauchst du mehr?
Du schreibst vor allem: Dann würde ich mit Claude anfangen. Für lange, ruhige Texte und ehrliches Feedback ist es für mich klar besser.
Du brauchst vor allem Bilder: Dann ChatGPT. Für Pinterest und Social Media fast unverzichtbar, wenn du keine eigenen Fotos machen willst.
Du willst beides: Probier erst beide in der kostenlosen Version aus. Dann merkst du selbst, womit du besser klarkommst, bevor du Geld ausgibst.
Du hast ein eigenes Projekt mit vielen Dateien: Dann schau dir Claude Code mit GitHub an. Für den Anfang reicht aber der normale Chat.
Zum Schluss
Es muss nicht entweder oder sein. Für mich ist es eher wie Werkzeug im Werkzeugkasten: Du nimmst den Hammer nicht zum Schrauben. Claude ist mein Werkzeug für Worte, ChatGPT mein Werkzeug für Bilder.
Und egal welches du nimmst: Die KI nimmt dir Arbeit ab, aber sie ersetzt nicht deine Stimme. Die bringst du mit.
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